Voltigieren - Die Geschichte
Seit der Mensch das Pferd als Haustier zähmte, hat versucht, sich so geschickt wie nur möglich auf dessen Rücken zu bewegen. Deshalb ist das Voltigieren eine der ältesten Sportarten überhaupt. Seit der Antike gehörten Voltigierübungen zum Ausbildungsprogramm der Soldaten und jungen Adeligen, bei denen die so erworbenen Fähigkeiten im Kampf oft über Leben und Tod entschieden. Zur Zeit des römischen Reiches waren akrobatische Übungen auf galoppierenden Pferden neben Wagen- und Pferderennen Bestandteil der römischen Spiele. Im Mittelalter führten Ritter das „Rossspringen“ - Aufsprünge und kunstvolle Übungen (in voller Rüstung) - auf ihren Pferden vor. Ein Höhepunkt in der Geschichte des Voltigiersports war wohl die Aufnahme des Sports in das Programm der Olympischen Spiele von 1920 in Antwerpen. Unter der Bezeichnung „Kunstreiten“ wurden Einzel- und Mannschaftswettkämpfe von jungen Kavalleristen ausgetragen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Voltigieren für Kinder als preiswerten Einstieg in den Reitsport entdeckt und immer beliebter. Im Jahr 1963 fanden dann die 1. Deutschen Meisterschaften der Voltigiergruppen in Wiesbaden statt. Das Einzelvoltigieren hingegen fand erst 1986 mit den 1. Deutschen Meisterschaften in Mannheim den Absprung in einen eigenständigen Zweig dieser Sportart. Die 1. Europameisterschaft fand 1984, die 1. Weltmeisterschaft 1986 in Bulle /Schweiz statt. Somit hat sich das Voltigieren in den vergangenen 50 Jahren aus einer reinen Freizeitsportart für Kinder und Jugendliche auch zu einem eigenständigen Wettkampf- und Leistungssport mit speziellen Regeln, Turnieren und Meisterschaften weiterentwickelt. Wir laden jeden herzlich dazu ein, an der Zukunft dieses Pferdesports aktiv mitzuwirken.
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